Die schwarzen Sterne in La Rochelle

15.8.2016 und 16.08.2016

Nach ca. 25 angenehmen Kilometern kamen wir in La Rochelle an, und haben mit einem australischen Paar, die wir auf dem Weg kennengelernt hatten, einen Kaffee getrunken. Die beiden sind für drei Monate an der Atlantikküste in Frankreich unterwegs und bleiben oft mehrere Tage an einem Ort. Sie haben von einem Paar aus der Schweiz erzählt, die gerade in Spanien mit dem Rad unterwegs sind, diese können wegen der großen Hitze zur Zeit aber nur nachts fahren. Sie erzählten auch, dass La Rochelle eine sehenswerte Stadt sei, so dass ich mich dann entschieden habe, hier zu bleiben, während Klaus sich für weiterfahren entschieden hat. Ihm macht die Hitze nichts aus und Stadtbesichtigungen stehen auch nicht auf seiner Agenda. Abends habe ich gesehen, dass er an dem Tag insgesamt 105,5 km gefahren ist. Nicht schlecht. Ich bin zur Touristeninformation gegangen und habe mich nach einem Zimmer erkundigt. Die deutschsprechende Dame hat mich zu einem etwas außerhalb liegenden Hotel geschickt, weil im Moment fast alles ausgebucht ist, und es dort vielleicht noch ein Zimmer gäbe, dass ca. 65 Euro kosten würde, was für hiesige Verhältnisse sehr günstig wäre. Nach meinen bisherigen Übernachtungskosten, die sich zwischen 5 und 11 Euro pro Nacht bewegten, schien mir der Preis astronomisch. Das Hotel war sehr schön, hatte ein Schwimmbad und mein Zimmer einen Balkon mit Meerblick. WLAN leider nur im Aufenthaltsraum bzw. in der Bar. Es gefiel mir so gut dort, dass ich gleich zwei Nächte geblieben bin. In der ersten Nacht habe ich wegen der großen Hitze, auch im Zimmer auf dem Balkon geschlafen. War sehr gemütlich und mit Meeresrauschen im Ohr.

Schlafplatz auf dem Balkon, im Zimmer war es zu heiß
Schlafplatz auf dem Balkon, im Zimmer war es zu heiß
Blick aus meinem Zimmer
Blick aus meinem Zimmer

Am Tag der Ankunft habe ich den kühlen Aufenthaltsraum im Hotel genossen, und meinen Blog gepflegt. Abends war ich indisch essen, mal was anderes. Im Hotel habe ich beim Frühstück Sara kennengelernt, eine Französischlehrerin aus dem Allgäu. Während ich einen Ruhetag mit Stadtbesichtigung gemacht habe, hat sie einen Fahrradausflug auf die Ile de Ré gemacht. Abends sind wir zusammen essen gegangen,  und am nächsten Tag zusammen bis nach Bronce-les-Mains gefahren.

Der Tag in La Rochelle war sehr schön, ich habe mich mit Hilfe der Informationsbroschüre vom Touristenbüro durch die Stadt leiten lassen, den alten Hafen und die Türme besucht, die Innenstadt mit den schattigen Arkadenstraßen, den botanischen Garten und die evangelische Kirche mit angrenzenden Kreuzgang.

Alter Hafen
Alter Hafen
Uhrenturm
Uhrenturm
Reste einer Kette am Hafen, früher wurde die Hafeneinfahrt nachts mit einer Kette verschlossen
Reste einer Kette am Hafen, früher wurde die Hafeneinfahrt nachts mit einer Kette verschlossen

 

Alte Markthalle
Alte Markthalle
Evangelische Kirche
Evangelische Kirche
Der schattige Kreuzgang, wo ich Stunden verbracht habe
Der schattige Kreuzgang, wo ich Stunden verbracht habe
Ausstellung: "Les etoiles noirs"
Ausstellung: „Les etoiles noirs“

Ich habe mich ausgiebig mit der Ausstellung „Les etoiles noires“ beschäftigt, die zusammen getragen wurde von Lilian Thuram, einem ehemaligen Nationalspieler der französischen Nationalmannschaft, der sich gegen Rassismus engagiert. Er hat eine eigene Stiftung gegründet. In der Ausstellung wurden Portraits von 15 bemerkenswerten, farbigen Einzelpersonen gezeigt. Es gab jeweils ein Bild und einen Text (auf französisch) mit der Lebensgeschichte dieser Person. Besonders interessant waren die Geschichten von Lucy, Alexander Puschkin sowie seinem Urgroßvater Abram Petrovich Hannibal, den Peter der I. von seinem Gesandten in Istanbul (damals Konstantinopol oder Zargrad) geschenkt bekommen hatte und zu seinem Patenkind machte. Alexander Puschkin soll von seinen Kameraden als „The monkey“ bezeichnet worden sein und darunter sehr gelitten haben.

Alexander Puschkin
Alexander Puschkin

Es gab noch eine weitere Ausstellung über die Beteiligung der französischen Kolonien im ersten Weltkrieg, die auch sehr interessant war. Den Rest des Nachmittags habe ich im bzw. am Swimmingpool des Hotels verbracht.

 

 

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