El Bolson – Earthship Patagonia

5.2 bis 13.2.2017

Am Morgen habe ich erstmal eine neue Unterkunft gesucht. Ich hatte schon vorher vom Earthship Hostel gehört. Das war der Ort, wo ich gerne hin wollte. Über Internet habe ich dort das einzig verfügbare Zimmer, eine Jurte ganz für mich alleine, gebucht für 2 Tage. Als ich hier ankam, war ich richtig glücklich. Hier sind alle sehr, sehr nett, es arbeiten ca. 10 Volontäre, einige aus Deutschland. Die fühlen sich hier alle superwohl und sind glücklich, dass sie Teil dieser netten Gemeinschaft sein dürfen, die zusammen für sich und die Gäste kochen, saubermachen, an der Rezeption und im Garten arbeiten. Eine Küche zum Selberkochen gibt es hier nicht, dafür wird abends für alle gekocht. Ein leckeres vegetarisches  bzw. veganes Essen. So gut habe ich lange nicht mehr gegessen. Der Kern des Hostels ist das sogenannte Earthship, ein spezielles Hauskonzept, das auf den Einsatz von Recyclingmaterialien setzt beim Bau des Hauses (Altreifen, Dosen und Flaschen), sowie auf natürliche Klimatisierung, spezielle Wasserkreisläufe, Solarenergie und vieles mehr. Englischsprachiger Podcast mit Michael Reynolds dem Erfinder des Earthship Konzeptes.

Weil ich mir hier so wohl gefühlt habe bin ich eine Woche geblieben und habe relativ wenig gemacht. Am ersten Tag habe ich einen Ausflug zu einer Berghütte unternommen. Der größte Teil des Weges war mit dem Auto befahrbar, so dass ich trampen konnte. Nur die letzten 1,5 km musste ich dann noch laufen. Von dort oben hatte ich einen tollen Ausblick auf El Bolson. Auf dem Rückweg hat mich jemand mitgenommen, der einen Freund zur Abflugstelle der Gleitschirmflieger gefahren hatte . Diese sieht man auch von unten, vor allem am Abend, stundenlang vor der großen Felswand entlang gleiten.

Blick auf El Bolson
Blick auf El Bolson
Gleitschirmflieger

Ansonsten habe ich die Tage mit lesen (z.B. Robert Seethaler, ein ganzes Leben), kleinen Ausflügen, Internetrecherche für unsere Reise in den Norden Chiles und vielen spannenden Gesprächen verbracht. Am letzten Tag gab es dann noch ein besonderes Highlight: Ich habe einen Tandemflug mit dem Gleitschirm gemacht. Nachdem ich die Gleitschirmflieger jeden Tag gesehen hatte wollte ich auch mal fliegen und die Umgebung aus einer anderen Perspektive erleben.

Gleitschirm vor dem Flug
Abflugstelle
Meine Pilotin und ich, nachdem wir wieder sicher gelandet waren

Das war ein tolles und ganz besonderes Erlebnis. Angst hatte ich keine und was dabei alles passieren kann habe ich erst hinterher gelesen, als ich mich über den Unterschied zwischen Gleitschirm- und Drachenfliegen informiert habe.

Von El Bolson bin ich mit dem Bus nach Bariloche gefahren. Als ich dort ankam habe ich am Busbahnhof die Auskunft bekommen, dass Räder nicht im Bus nach Santiago mitgenommen werden könnten, jedenfalls gibt es keine Garantie und da die Busse alle voll sind, eher nicht. Wat nu? Von San Martin de los Andes, wo ich eventuell mit dem Rad hinfahren wollte, fährt gar kein Bus nach Santiago, nur von Bariloche. Ich werde morgen losfahren und wenn der Abzweig Richtung Chile kommt, werde ich trampen oder versuchen, den Andenpass zu fahren.

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