Fahrt zur Sani Lodge

9.11.2017: Von den nördlichen Drakesbergen wollte ich zu den südlichen Drakesbergen fahren. Dort gab es auch ein schönes Hostel am Fuße des Sani Passes. Im Amphitheatre Hostel hatte ich  über eine Frau, die ich in Johannesburg kennengelernt hatte, Julien kennengelernt. Ein netter junger Mann, der in Hamburg Medizin studiert. Wir haben beschlossen am nächsten Tag gemeinsam weiter zu reisen. Da der BazBus erst am Mittag gefahren wäre und noch zusätzliche, teure  Shuttle-Busse erforderlich gewesen wären, wollten wir versuchen mit lokalen Minibussen zu fahren oder zu trampen, was hier auch sehr verbreitet ist.

Julien
Julien

 

 

 

 

 

 

Julien hatte sich bei seinem Tourguide erkundigt, wie man mit lokalen Kleinbussen fahren kann. Jemand gab uns noch die Tipp zu trampen, das sei hier in SA weit verbreitet. Da die meisten Touristen einen Mietwagen haben, schien uns das auch erfolgsversprechend. Nur das Wetter machte uns etwas Sorgen. Es war bewölkt und ein Gewitter schien heranzuziehen.

Trampen
Trampen

Das Hostel lag direkt an der Straße und nach 10 min hat uns tatsächlich ein älteres Ehepaar bis in die nächste Kleinstadt mitgenommen. Sie haben uns noch Tipps für die Weiterreise gegeben und uns eine Tankstelle empfohlen von der wir weiter trampen können. Im Ort haben sie uns an einem Laden abgesetzt, wo ich mir endlich eine SIM –Karte für mein Handy kaufen konnte. In einem großen SPAR-Supermarkt haben wir dann erstmal eingekauft und sind dann zur Tankstelle zurückgelaufen. Wir haben dort Leute angesprochen aber nach einer halben Stunde niemanden gefunden, der in unsere Richtung fuhr. Jetzt wollten wir es mit den Minibussen versuchen. An der Tankstelle haben wir gefragt, wo die Haltestelle ist. Leider mussten wir  wieder zurück in den Ort, von dort hat uns ein Gemeinschaftstaxi zur Haltestelle gefahren und uns zu dem richtigen Kleinbus gebracht. Dafür  wollte er nicht mal Geld haben. Sehr freundlich.

Bis zur tatsächlichen Abreise dauerte es aber noch mindestens eine Stunde. In der Zwischenzeit habe ich versucht, meine neuen SIM-Karte einzusetzen und damit festgestellt, dass die Karte zu groß war. Ich wollte mir am Busbahnhof gleich eine Neue kaufen und bin in einen kleinen indischen Laden gegangen. Der Typ meinte, er könnte mir die Karte zurecht schneiden. Dann hat er telefoniert und anschließend seine Tochter mit der Karte losgeschickt. Nachdem diese wenig später zurück kam, wurde die zugeschnittenen Karte noch etwas mit der Feile nachgearbeitet. Ich wollte ihm etwas Geld für seine Bemühungen geben, was er entschieden abgelehnt hat. Wirklich nett.

Minibusbahnhof
Minibusbahnhof

Der Minibus fuhr erst los, nachdem alle Plätze besetzt waren und er hat bis zum Zielort in Pietermaritzburg auch nicht mehr angehalten. Dort angekommen mussten wir zwei Stunden warten bis es weiterging. Auf dem Busbahnhof haben wir einen Essensstand gefunden mit hausgemachtem Essen. Wir haben uns jeder eine große Portion Fleisch, Reise, Bohnen und Tomaten bestellt. Das Essen war eines der besten, die ich hier bisher gegessen habe.

Reisebedarf
Reisebedarf

Der Bus fuhrt von Pietermaritzburg nach Underberg. Vor der Abfahrt war ich schon mit einem Fahrgast ins Gespräch gekommen, der allerdings nicht sehr gut Englisch konnte. Ich habe verstanden, dass er uns bis zu unserem Ziel mitnehmen könnte, wusste aber nicht, ob er selber ein Auto hat oder ob er abgeholt wird.

Als wir in Underberg ankamen hat der Busfahrer den Kontakt hergestellt zu dem Fahrer eines kleinen Autos und  uns gesagt, die Leute könnten uns mitnehmen. So haben wir unser Gepäck in dem Kofferraum verstaut und auf der Rückbank Platz genommen. Das Auto war eigentlich ein Schrotthaufen. Es scheint hier keinen TÜV zu geben. Ich bin noch nie mit einem solchen Auto gefahren, nicht mal in Kairo mit den Taxis, und es hat mich gewundert, dass das Auto überhaupt fuhr. Der Fahrer war ein junger Student, der in der lokalen Schule auch noch als Lehrer arbeitet. Wir haben uns nett unterhalten und sind im Dunkeln über die Landstraßen gerumpelt. In diesem Moment hat sich bei mir ein richtiges Glücksgefühl eingestellt. Das ist Reisen, wie es es mir vorstelle. Obwohl wir im Bus ein Gefühl der Ungewissheit hatten, und nicht wussten, wir wir ans Ziel kommen, haben wir darauf vertraut, das sich was ergeben wird, obwohl es schon kurz davor war, dunkel zu werden. Ein tolles Erlebnis.

 

 

Wir waren glücklich als wir gegen 19:00 Uhr nach insgesamt ca. 10 Stunden Reisezeit für ca. 280 km an unserem Ziel in der Sani Lodge angekommen sind. Dort haben wir für den darauffolgenden Tag noch eine Wanderung einschließlich Fahrt zum Sani Pass gebucht.

3 Gedanken zu “Fahrt zur Sani Lodge

  1. Klasse, einfach toll deine Berichte!
    Freue mich jedesmal über neue!
    Weiterhin viel Spaß, interessante Erlebnisse und freundliche Mitmenschen !

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