Mannheim – Rülzheim

Morgens ging es zeitig um 7:30 Uhr los, weil 34 Grad und damit der heißeste Tag der Woche vorhergesagt war. Durch Mannheim durch ist selbst am frühen Morgen nicht unbedingt ein Vergnügen, trotz z.T. guter Infrastruktur für Fahrradfahrer. So ging es über diese spiralförmige Brücke zwar gemächlich nach oben, aber auf der anderen Seite nur über eine Treppe bergab, die immerhin Fahrrinnen zum Schieben von Fahrrädern hatte.

Imposantes Bauwerk um eine Autobahn zu überqueren.
Imposantes Bauwerk um eine Autobahn zu überqueren.

 

Die drei Kraftwerkstürme am Horizont gaben mir Orientierung, da ich in Altrip den Rhein mit einer Fähre überqueren wollte.

Sie verlassen Mannheim
Sie verlassen Mannheim

 

Auf der anderen Seite sollte dann die Welt ganz anders aussehen und das war auch tatsächlich so. Der Radweg verläuft die meiste Zeit hinter dem Deich, ist perfekt ausgeschildert und hat eine sehr gute Qualität. Mir war gar nicht bewusst, dass es dort so schön ist.

Schöne Rheinauen
Schöne Rheinauen

Nach etwa 20 km war der Dom von Speyer schon zu sehen.

Dom von Speyer in der Ferne
Dom von Speyer in der Ferne

Mein Ziel für heute war, angesichts der Hitze, ca. 45 km Entfernung vom Startpunkt. In Germersheim-Sonderheim sollte es einen Baggersee mit Zeltplatz geben. Hier noch einige Bilder von der Strecke:

Ein Storch
Ein Storch
Sumpfgebiet mit vielen Mücken.
Sumpfgebiet mit vielen Mücken.

3 km vor Germersheim, in Lingenfeld, bin ich an diesem schönen Badesee mit Campingplatz vorbeigekommen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich leider nicht, dass solche Plätze nicht immer am Wegesrand liegen, deshalb bin ich weitergefahren. Ich wollte wenigstens bis Germersheim kommen.

Badesee Lingenfeld
Badesee Lingenfeld

In Germersheim angekommen habe ich mir erstmal eine große Flasche Wasser und einen Rhabarberkuchen gegönnt und mit meiner Familie schon WhatsApp Nachrichten ausgetauscht:

„ Tagesziel nach 45 km um 11:30 Uhr erreicht. Jetzt muss ich nur noch den Badesee mit Zeltplatz finden“. Darauf bekam ich noch gute Empfehlungen, was ich mit dem Rest des Tages machen könnte. Im Café habe ich gefragt, wie ich zu dem angestrebten Campingplatz komme. Man sagte mir, dieser wäre nur für Dauercamper, mit meinem Zelt könnte ich dort nicht übernachten. Jemand hatte noch den Tipp, dass es in Rülzheim einen Zeltplatz geben würde. Na toll!

Zurück nach Lingenfeld wollte ich auf keinen Fall, also erst mal weiter und den Zeltplatz in Rülzheim finden. Wie weit das sein könnte, davon hatte ich auch keine genaue Vorstellung. Ich bin dann noch einige Kilometer den schönen Weg direkt am Rhein gefahren, allerdings in der prallen Mittagssonne. Durch den Fahrtwind wird die Hitze etwas erträglicher. Irgendwann konnte ich nicht mehr und habe mich in einem Lokal niedergelassen und dort sicher zwei Stunden verbracht und gehofft, dass es kühler wird. Bevor ich weiterfuhr habe ich noch ein Käsebrot gegessen und schon geahnt, dass das wohl mein Abendbrot ist. Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, dass es in Rülzheim einen Campingplatz gibt und ein Schwimmbad. Wenn ich mir die Entfernung jetzt (1 Tag später) auf der Karte ansehe, scheint der Weg nicht besonders weit (ca. 5 km), allerdings weg vom Rhein, aber mir schien der Weg endlos. Als ich schließlich ankam, war es überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Zelte standen nicht am See, sondern Zeltplatz und Schwimmbad waren getrennte Einrichtungen. Das Schwimmbad schloss um 20 Uhr und öffnete erst wieder 10 Uhr. Da ich so kaputt war, habe ich es nicht mehr zum Schwimmbad geschafft. Stattdessen stand ich auf einer leeren Wiese, wo es immerhin noch einen weiteren Fahrradreisenden gab, der sein Zelt an einem der wenigen schattigen Plätze aufgestellt hatte. Im Schatten gab es auch keine Sitzgelegenheiten (Inzwischen weiß ich, dass die Profis natürlich Campingstühle (Ja, auf dem Fahrrad!) dabei haben.).

Das erste Mal zelten, windgeschützt hinter einem Busch
Erstes Mal zelten, windgeschützt hinter einem Busch

Irgendwann hatte ich es dann geschafft, mein Zelt aufzubauen (allerdings ohne Heringe) und alles zu verstauen, um wenigstens duschen gehen zu können. Dann bin ich in mein Zelt (gehört eigentlich Tabea) gekrabbelt und ohne noch was zu essen eingeschlafen.

Tabeas Zelt hat 29 Euro gekostet und ich habe die vielen guten Bewertungen gelesen, bevor ich mich entschieden habe, es auf die Reise mitzunehmen. Um 3:30 wurde ich von Regen, Wind und einem heftigen Gewitter wach. Obwohl das Unwetter einige Zeit andauerte hat das Zelt hat alles gut überstanden und alles ist trocken geblieben. Mein Zeltnachbar erzählte mir am nächsten Morgen, dass sich bei ihm durch den Sturm ein Hering gelöst hatte (Da ist es doch gut, wenn man erst gar keine verwendet.).

Schreibe einen Kommentar