Puerto Montt – Hornopirén

27.12.2016 – 28.12.2016: Gegen 9 Uhr bin ich von Puerto Montt gestartet, es war eine angenehme Fahrt immer an der Küste entlang. Die Straße war asphaltiert, es gab wenig Wind und die Sonne schien, allerdings gab es auch einige Steigungen.

Steigungen
Ausblicke

In La Arena bin ich mit der Fähre übergesetzt, das hat ca. 30 min gedauert.

Schneebeckte Anden im Hintergrund
Pelikan
Anlegen der Fähre

Die nächsten 30 km ging es mit wenig Steigungen auf z. T. sehr schlechter Straße weiter. Ich hatte mich entschieden, die Küstenroute zu fahren. Diese ist zwar 20 – 30 km länger, dafür ist sie aber flach und verläuft immer entlang des Meeres.

Küstenroute
Lachsfarm
Kirche im typischen Baustil aus Holz (wie alles hier)
Kapelle
Kapelle

In einem kleinen Restaurant habe ich bei den Besitzern in der Küche zu Mittag gegessen. Es gab Hähnchen, Kartoffeln und frischen Tomatensalat für 3000 chilenische Pesos (ca. 4,50 Euro).

Mittagessen

 

Besser eine schlechte Brücke als garkeine Brücke
Küstenstraße, Schotterpiste immer am Wasser entlang
Immer wieder spektakuläre Ausblicke

Übernachtet habe ich privat bei Snr. Carmen, die in ihrem Haus ein Zimmer vermietet hat. Ich habe sie gefunden, nachdem ich mich in einem Restaurant nach Übernachtungsmöglichkeiten erkundigt habe.

Abendstimmung
Wohnzimmer von Señora Carmen und ihrer Familie
Mein Zimmer

 

Kurz vor 9 Uhr ging die Fahrt auf der schlechten Straße für mehr als 30 km weiter, bis ich wieder zurück auf der Carretera Austral war. Diese war in diesem Bereich allerdings auch nicht asphaltiert. Die Fahrt auf der Küstenstraße war insofern besser, als es immer am Meer entlang ging, es kaum Steigungen gab und auf der Straße kaum Verkehr war.

Hier weht wohl häufig ein anderer Wind
Supermarkt
Spielplatz am Meer
Blick zurück auf die Küste

Das war dann, wieder zurück auf der Hauptstraße, ganz anders.
Weil die Straße so trocken war wurde ich ständig durch entgegenkommende oder überholende Fahrzeuge in eine Staubwolke eingehüllt. Die letzten ca. 15 km bis Hornopiren waren dann wieder asphaltiert.

Verkehr auf der Carretera Austral

Ca. 4 km vor dem Beginn der asphaltierten Strecke gab es ein winziges Restaurant, das allerdings geschlossen aussah. Auf Nachfrage wurde mir im Nachbarhaus ein Mittagessen angeboten, das ich gemeinsam mit dem dort lebenden Ehepaar und ihrem Enkel, der zu Besuch aus Santiago da war, eingenommen habe. Das Ehepaar war erst vor kurzer Zeit hierher gezogen, weil es ihnen in Santiago nicht mehr gefiel. Die Wege sind zu lang, ständig steht man im Stau und jeder lebt eingeschlossen. Auch der Enkel kann nie raus um auf der Straße zu spielen, nur in eingezäuntem Gelände.

Die Familie hat mir auch angeboten, umsonst bei Ihnen zu übernachten. Ich könnten dann am nächsten Morgen früh starten und die Fähre um 10:30 Uhr nehmen. Kurze Zeit schien mir das Angebot sehr verlockend, weil ich schon sehr müde war. Andererseits war es erst halb vier, dunkel wird es erst gegen halb zehn und ich wollte in Hornopirén auch noch Zeit haben, um Lebensmittel einzukaufen. Dann haben sie mir noch angeboten, mich bis nach Hornopirén mit dem Auto mitzunehmen, weil sie dort jetzt auch hinfahren würden. Das Angebot habe ich aber auch nicht angenommen, weil ich mit das Mitfahren im Auto für den Fall aufheben wollte, dass es stark  regnet, der Wind zu heftig weht oder wenn ich kräftemäßig völlig am Ende bin. Außerdem wollte ich auch noch das letzte Stück Asphaltstrecke genießen, vor allem weil es am Schluß eine lange Abfahrt zum Meer hinunter gab.

So habe ich mich nach der Stärkung also wieder auf den Weg gemacht und noch mehrere kleine Pausen eingelegt. Bei einer Pause an der Straße sitzend habe ich gemerkt, dass die eine Vordertasche schief hängt. Eine Schraube hatte sich gelöst und fehlte jetzt. Mit einem Kabelbinder konnte ich sie provisorisch fixieren. Später ist mir beim Schalten auch noch die Kette rausgesprungen. Langsam nervt mich dieses Rad. Mit meinem alten Rad hatte ich nie irgendwas. Hier ist es inzwischen so, dass ich in jedem Ort erstmal die Ferreteria (Eisenwarenhandlung) ansteuern muss, um fehlende Teile zu besorgen.

Mir ist bewusst geworden, dass das nicht mein Fahrrad ist und vielleicht auch nicht mein Projekt. Die Vorstellung weitere mehr als 1000 km auf nicht asphaltierter Straße zu fahren, scheint mir wenig verlockend. So richtig Spaß macht das nicht, und das, obwohl die Bedingungen heute wettermäßig optimal waren. Wie soll das erst werden wenn es regnet und stürmt?  Entgegen der Aussage in einigen Büchern ist der Belag auch nicht gut zu fahren. Für mich ist das eine ziemliche Strapaze. Selbst das letzte Stück auf Asphalt war für mich anstrengend, weil die Sonne sehr heiß und auch immer wieder kleine Anstiege zu bewältigen waren.

Schneebedeckte Anden immer im Blick

So war ich froh, endlich in Hornopiren angekommen zu sein. Die erste Ferreteria hatte keine Schrauben und hat mich zur nächsten geschickt. Dort gab es zwar nicht genau die Schrauben, die ich suchte, aber wir haben eine Lösung gefunden. Der freundliche Herr dort fragte mich, wo ich übernachten würde und ich habe ihn nach dem Camping Platz „Patagonia El Cobre“ gefragt, auf dem die drei Engländer letzte Nacht übernachtet hatten. Er sagte, das wäre ein sehr schöner Platz, der mir sicher gefallen würde. Er könnte das Fahrrad ins Auto laden und mich dort hinfahren. Ich habe erst nicht verstanden, warum er mir nicht einfach den Weg erklären kann, aber da ich so müde war, habe ich das Angebot dann doch gerne angenommen.

Nach kurzer Zeit befuhren wir wieder eine sehr steinige Straße, die sich am Wasser entlang zog. Am Ende der Bucht landeten wir schließlich im Eco-Camping „Patagonia El Cobre“. Dieser Ort hat mich sofort begeistert. Schöne Plätze zum Zelten, z.T. überdacht, mitten im Regenwald und gleichzeitig direkt am Meer. Es gibt ein Café mit einer Bibliothek.

Eingang zum Camping Platz
Das erste Mal nach langer Zeit wieder das Zelt aufgeschlagen
Abendstimmung, Blick von der Terrasse
Abendstimmung, Blick von der Terrasse
Café mit Bibliothek

1 Gedanke zu “Puerto Montt – Hornopirén

  1. Auch von mir nachträglich noch die besten Wünsche für das nun laufende Jahre 2017! Beste Gesundheit, einen guten Tritt, bessere Straßen, weniger Regen, noch weniger Wind – es sei denn von hinten – nicht so viel Hitze, stets Wasser und Proviant genug und natürlich keine Speichenbrüche etc. . Das ist Fahrradfahren – sicher einsamer im Süden Chiles. So habe ich mir das auch vorgestellt, wenn du das nun so erlebst, kann ich mich ja darauf einstellen gegen Ende des Jahres.
    In meiner Zeit in Chile sagte man uns, bei schönem Wetter lass die Arbeit liegen und bereise die Umgebung. Wir hatte ja noch genug Zeit für unsere Arbeit – einmal alle zwei Wochen wird man sich ja mal eine Pause gönnen dürfen. Dies vergisst man, wenn ich meine Chile-Fotos ansehe, stets mit blauem Himmel, im Hintergrund Vulkan Osorno oder Calbucco.
    Das Wetter könnte ja mal für dich eine Ausnahme machen, ich wünsche die vor allem gutes Radlerwetter.
    Ich hoffe doch du bleibst auf der Strecke und genießt die ursprüngliche Natur.
    Deine Fahrtberichte in Chile sind bei mir schon abgespeichert.
    Weiterhin eine gute Fahrt in Erwartung weiterer Berichte!
    Klaus

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