Taganga-Tauchkurs

15.4.2017 – 21.4.2017:

Schon vor der Wanderung hatten Trenton und ich beschlossen, anschließend (ab Sonntag) nach Taganga, ganz in der Nähe von Santa Marta zu fahren, um dort zu tauchen. Trenton konnte schon tauchen und ich wollte einen Tauchkurs machen. In Taganga war es in drei Tagen möglich, die Zertifizierung für den sogenannten „Open Water Diver“ einschließlich der theoretischen Prüfung zu machen. Ich hatte bisher immer gedacht, dass sei eine langwierige Angelegenheit und die Leute würden wochenlang im Schwimmbad üben. Am Sonntagabend haben wir uns mit dem freiberuflichen Tauchlehrer getroffen, er hat mir alle Unterlagen für den theoretischen Teil wie Bücher, Videos und Testfragen gegeben und bis zum nächsten Tag um 14 Uhr, wenn der praktische Teil losgehen würde, sollte ich alles durchgearbeitet haben. Das war alles sehr viel Material und kaum möglich an einem Vormittag zu schaffen, alleine die Videos dauerten alle zusammen drei Stunden.

Der erste Tag im Wasser wird normalerweise im Schwimmbad gemacht, da es aber kein geeignetes Schwimmbecken gab, haben wir in Strandnähe in einer total verdreckten, ekligen Brühe unsere ersten Tauchversuche gemacht. Wir waren 4 Tauchschüler, ein Lehrer und ein Assistent. Mit dem Tauchlehrer bin ich von Anfang an nicht klar gekommen. Auf Fragen habe ich immer nur blöde Antworten bekommen, so dass ich mich gar nicht wohl gefühlt habe. Mit den ersten Übungen kam ich auch überhaupt nicht klar, weil mir das alles viel zu schnell ging, so dass ich nach kurzer Zeit schon kurz davor war, aufzugeben. Ich hatte unter Wasser Panik und Angst, keine Luft zu bekommen. Dann hat sich der Assistent meiner angenommen, während der Lehrer sich um die anderen drei gekümmert hat. Dieser hatte etwas mehr Geduld und ganz langsam ging es dann etwas besser, aber trotzdem habe ich immer nicht verstanden, was die von mir wollten, so dass ich nie das gemacht habe, was ich sollte. So habe ich die meisten Übungen, die ja Voraussetzung für die weiterführenden Übungen sind, am ersten Tag eigentlich nicht richtig verstanden. Als ich nach mehr als 3 Stunden endlich aus dem Wasser kam, war ich fix und fertig und der Meinung, dass das die schlimmsten Stunden meines Lebens waren.

Dazu kam noch, dass ich nach der Wanderung nur einen Tag Pause gehabt hatte und mich auch etwas krank fühlte. Abends habe ich dem Tauchlehrer geschrieben, dass ich nicht sicher sei, ob ich morgen mit dem Kurs weitermachen könnte, weil es mir nicht so gut ging. Am nächsten Morgen habe ich beschlossen, den Kurs entweder abzubrechen oder am nächsten Tag in einem anderen Kurs weiterzumachen, falls das möglich wäre. Heute würde ich auf keinen Fall ins Wasser gehen. Ich habe den Kurs dann einen Tag später fortsetzen können. Den freien Tag habe ich dazu genutzt, mir die Videos nochmal anzusehen und die Theorie durchzuarbeiten, um alles besser zu verstehen. Außerdem musste ich meine Erlebnisse vom Vortag verarbeiten.

mein neuer Kurs

Am nächsten Tag ging es dann vom Boot aus ins Meer und ich fühlte mich deutlich besser, das Verhältnis zu meinem Tauchlehrer blieb zwar bis zum Ende gestört, aber ich hatte mir vorgenommen, mir auf keinen Fall den Spaß am Tauchen  verderben zu lassen. Mit einigen Schwierigkeiten habe ich schließlich alles meistern können und am dritten und letzten Tag fing es sogar langsam an Spaß zu machen, allerdings hatte ich morgens immer noch Druck auf den Ohren vom Vortag. Ich habe meinem Tauchlehrer davon erzählt aber er fand das nicht weiter besorgniserregend. Als ich ihn auf dem Boot nochmal gefragt habe, ob der Druck auf den Ohren nicht weg sein müsste, bevor man wieder ins Wasser geht, hat er mich wohl nicht richtig verstanden und meinte nur, ob ich denn nach drei Tagen immer noch nicht wissen würde, wie der Druckausgleich geht. Einmal tief durchatmen, nicht schlecht draufbringen lassen und immer lächeln.

Die beiden Tauchgänge am dritten Tag haben dann richtig Spaß gemacht, zwischendurch mussten wir immer mal irgendwelche Übungen machen, die meistens nicht gleich geklappt haben. Aber ich hatte schon die Erwartung, dass ich sowieso alles falsch machen würde, wie das eben so ist, wenn einmal der Wurm drin ist.

Ich habe jetzt eine Woche nach dem Kurs immer noch Druck auf den Ohren, und muss vielleicht mal zum Arzt gehen oder mir Ohrentropfen aus der Apotheke holen (war ein Tipp von meinem Tauchlehrer).

Hier in Kolumbien gibt es noch so viele tolle Orte an denen man tauchen kann und ich habe auch richtig Lust, das zu machen.

Taganga ist kein besonders schöner Ort und die Hostels haben alle den Ruf Partyhostels zu sein. Darauf hatten wir gar keine Lust und haben uns deshalb eine ruhige Unterkunft etwas außerhalb gesucht. Dort haben wir die meiste Zeit, wenn wir nicht tauchen waren, in den Hängematten auf dem Balkon verbracht.

Nachdem Trenton nach Peru abgereist ist, bin ich noch einen Tag in Taganga geblieben und wollte anschließend in den Yoga-Ashram Goloka fahren, wo ich ja schon vor drei Wochen hinfahren wollte. Ich habe die Agentur angeschrieben, und als am nächsten Morgen noch keine Antwort hatte, bin ich direkt in das Büro in Santa Marta gegangen. Dort erhielt ich die Auskunft, dass Goloka zur Zeit geschlossen ist und ich nur nach Gambhira fahren könnte. Dort  wollte ich dann für wenigstens drei Tage hinfahren, von einem Mädchen, dass wir in Taganga kennengelernt hatten, hatte ich gehört, dass es sowohl in Goloka als auch in Gambhira sehr schön sein soll. Sie war an beiden Orten jeweils für einige Tage geblieben.

4 Gedanken zu “Taganga-Tauchkurs

  1. Supi. Die Ohrensache würde ich sofort untersuchen lassen. Ein Freund von mir hatte das auch da irgendwo und es war eine Infektion, die sein Hörvermögen stark beeinträchtigt hat – noch heute. Viel Spaß noch!!

  2. Joe, you are right. Ich mache mir schon richtig Sorgen.

    Und die Sache mit dem „Wurm“ übersetze ich mal auf rheinhessisch, so wie wir es von meinem Vater immer gehört haben, damit es meine Familie auch versteht.
    – Do iss de Worm drinn-
    Unn wenns so iss isses halt so…

  3. Hallo Betti,
    Pass‘ mit den Ohren auf beim Tauchen. Wenn die Leute vor Ort Dich nicht richtig eingewiesen haben, kannst Du da echt Probleme bekommen. Nach meinem ersten Tauchkurs in Deutschland, der -nach guter deutscher Manier- in Theorie und Praxis über mehrere Wochen ging, war ich ziemlich erstaunt, als ich dann in verschiedenen Ländern die knappe Einweisung von Tauchanfängern mitbekommen hatte. Kurz mal alles gezeigt und dann ab nach draußen ins offene Meer. Meiner Meinung nach fahrlässig. Die meisten Anfänger konnten in der Strömung nicht mal ordentlich bei ihrem Partner bleiben.
    Also, suche Dir lieber einen guten Lehrer oder wenigstens einen erfahrenen Tauchpartner. Sollst ja schließlich heile wiederkommen.
    LG Maike

    • Vielen Dank für eure netten Kommentare. Ich war gestern beim Arzt im Krankenhaus. Er hat meine Ohren untersucht und mir Ohrentropfen verschrieben. Ich hoffe, dass der Druck bald weg geht. Schmerzen habe ich ja keine. Ich habe Kontakt zu einem sehr erfahrenen Taucher, der auch hier im Hostel wohnt. Er auch meint, dass die Tropfen helfen werden und hatte sonst auch keine besseren Ideen.
      Leider darf ich auf jeden Fall in den nächsten 15 Tagen nicht mehr tauchen, was sehr schade ist, weil ich am Freitag auf die Insel San Andrés fliegen werde, wo es viele Tauchmöglichkeit gibt.

      Ja, ich habe auch gehört, dass man in vielen Gegenden auch ohne Tauchschein einfach tauchen kann, das finde ich auch unverantwortlich.

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