Rückkehr nach Chimfunshi

20.11.2023: Abreise aus Livingstone, am morgen um 7 Uhr. Pünktliche Ankunft in Lusaka am frühen Nachmittag.

Logis für vier Nächte in Lusaka in dem sehr schönen Natwange Hostel. Dort habe ich Veronica aus Zimbabwe kennengelernt bzw. wieder getroffen. Ich hatte sie schon bei meinem ersten Aufenthalt kennengelernt. Mit ihr bin ich in das nahegelegene Einkaufszentrum gelaufen, wo ich mir eine sambische SIM-Karte für mein Handy besorgen wollte. Die Karte benötige ich bevorzugt um die Taxi-App Yango zu benutzen. Selten habe ich mich in einem Einkaufszentrum so wohl gefühlt (Klimaanlage und guter Cappucchino). Am nächsten Tag waren wir auch zusammen unterwegs. Sie arbeitet in Lusaka und war im Begriff in ein eigenes Apartment umzuziehen. Ich konnte sie zu dem Besichtigungstermin begleiten und der noch für heute geplante Umzug zog sich dann doch etwas in die Länge. Nach der Besichtigung haben wir einen nahegelegenen chinesischen Markt einschließlich einer Halle mit vielen Essensständen besucht und dort sehr gutes Essen genossen. Es war soviel, dass es noch für das Abendessen gereicht hat.

In der Nacht habe ich mich erkältet, da ich wegen der Hitze den Ventilator in meinem Zimmer die ganze Nacht in Betrieb hatte. Dabei war ich wohl nicht ordentlich zugedeckt. Die nächsten Tage habe ich mich nicht so gut gefühlt und entsprechend wenig unternommen. Meine Energie hat noch gereicht, um mir am Busbahnhof ein Ticket für die Rückfahrt zu kaufen, das Museum in Lusaka zu besuchen und indisch essen zu gehen.

24.11.2023: Um 6 Uhr morgens Abfahrt mit dem Bus von Lusaka nach Chingola (Ankunft um 15 Uhr) , dort wurde ich abgeholt. In Chimfunshi war es deutlich kühler als in Livingstone und Lusaka. Der Regen brachte regelmäßige Abkühlung. Die Fahrt von Chingola nach Chimfunshi war jetzt deutlich kürzer, weil inzwischen die Straße neu gemacht worden ist. Das war schon seit langer Zeit angekündigt.

25.11.2023: Am späten Nachmittag gab es ein Gespräch mit Noé, dem (noch ziemlich neuen) Betreuer für die Volontäre. Er zeigte mir einige Tätigkeitsgebiete für die verbleibende Zeit auf, unter anderem die Elektroarbeiten, für die ich schon eine Planung erstellt hatte. Es sollte bald eine Besprechung mit allen Beteiligten stattfinden. Außerdem sollte ich täglich einen halben Tag in der Bibliothek arbeiten. Zusammen mit einem Lehrer, der für die Bibliothek zuständig ist und nachmittags noch andere Aufgaben bekommen.

Mit der Bibliothek ging es in den nächsten Tag gut voran. Meistens habe ich dort aber alleine gearbeitet. Die Besprechung wegen der Elektrotechnik kam nicht zustande, es gab immer Themen die wichtiger waren. Und nachmittags konnte ich mich meistens ausruhen.

02.12.2023 – 04.12.2023: Zusammen mit ca. 30 Kindern, die am NatureCamp teilnehmen, sowie dem Team, hatte ich die Gelegenheit an einen schönen Wochenendausflug in das Nsobe Game Camp teilzunehmen. Einschließlich Einkaufen hat die Fahrt dorthin allerdings 6 Stunden gedauert. Wir haben zwei Nächte in unterschiedlichen, sehr schönen Unterkünften verbracht, sind viel rumgefahren und haben einige Tiere gesehen. Diese waren allerdings schwer zu entdecken, weil alles grün und bewaldet war.

Hier einige Eindrücke von den Tieren, die wir gesehen haben:

5.12.2023: Heute, am Dienstag nach dem langen Wochenende, sollte es dann in der Bibliothek weitergehen zusammen mit dem zuständigen Lehrer. Wir waren für 8 Uhr verabredet. Leider war ich aber auch an diesem Tag wieder alleine in der Bibliothek, das hat meine Motivation ziemlich runtergezogen. Außerdem ist Julie heute um 10 Uhr abgereist, sie ist kurz vor mir in Chimfunshi angekommen. Sie ist aus Vancouver, mein Jahrgang, und war auch schon im letzten Jahr für einige Wochen hier. Sie hat jeden Tag auf der Farm gearbeitet (Richtig harte Arbeit, vor allem bei den hohen Temperaturen) und sich sehr für die Farmarbeiter engagiert. Mir ihr habe ich mich sehr gut verstanden und wir haben morgens und abends meistens zusammen gegessen. Um mit Julie noch die Zeit vor ihrer Abreise zu verbringen habe ich die Bibliothek an diesem Morgen verlassen bevor ich zu frustriert war.

Dieses Video hat Alex erstellt, es zeigt einen kleinen Einblick in meine Arbeit in der Bibliothek:

Anfang Dezember wurde von einem örtlichen Elektriker Strom in die Bibliothek gelegt, so dass es dort dann eine Steckdose für den Computer und Licht gab (innen und außen).

Vom 6.12 – 13.12 (einschließlich Wochenende) haben Halliday und ich mit voller Energie weiter an der Bibliothek gearbeitet und es hat Spaß gemacht zu erleben, wie gut wir voran gekommen sind. Am Mittwoch (13.12.) hatten wir dann 1900 Bücher für Kinder und Erwachsene kategorisiert, alphabetisch geordnet, in den Regalen stehen. Die Regale waren provisorisch entsprechend beschriftet und alle Bücher waren im Computer eingegeben. Als Software haben wir das kostenlose Programm Biblio verwendet.

Die letzten zwei Tage (14.12 und 15.12) konnten wir dann tatsächlich noch an der Elektrik arbeiten. Am Donnerstag haben wir in der Küche neue Steckdosen angeschlossen und das Licht und einen bestehenden Schalter neu verkabelt. Und am Freitag haben wir in 3 Häusern Steckdosen im Eingangsbereich verlegt und angeschlossen. Das waren schöne letzte Tage.

16.12.: Heute um 7:30 Uhr bin ich zusammen mit Kalo (einem Forscher aus Belgien) nach Ndola gefahren. Kalo ist zum Flughafen gefahren und ich in ein schönes Hotel, da mein Flug erst für morgen (17.12.) gegen 13 Uhr geplant ist. Den Tag alleine in einem angenehmen Ambiente habe ich sehr genossen. Ich hatte Zeit zu schwimmen, meine vielen Erlebnissen zu reflektieren, gut zu essen und meine Tagebuchaufzeichnungen zu ergänzen. Ich freue mich jetzt wieder nach Hause, ins winterliche Berlin, zurückzukommen. Nach 9 Wochen mit hochsommerlichen Temperaturen wird das eine ziemliche Umstellung werden.

4 Gedanken zu „Rückkehr nach Chimfunshi“

  1. Ein richtig cool gelungener Giraffen-Schnappschuss!
    Auch wenn’s vielleicht nicht in deinem Tempo vorangeht bin ich sicher, dass du da noch einiges voranbringen wirst, liebe Betti. Wann geht’s denn wieder los 🙃

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  2. Liebe Bettina,

    danke für die interessante Reportage!

    Wie steht es mit dem Schaden, den deine Reise verursacht hat?

    Hier meine ich zunächst nur den zusätzlichen CO2-Ausstoß, siehe unten.
    (Und nicht den Arbeitseinsatz, den Du evtl. einer Einheimischen stundenweise streitig gemacht hast).

    Kompensierst Du das – teilweise – mit einer Geldzahlung, z. B. an atmosfair.de ?

    Viele Grüße von

    Dieter

    Aus https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/flug/ :

    Ihr Klima-Fußabdruck im Vergleich
    Ihr Flug (pro Person) Wien-Lusaka-Wien (Economy, Linie): 3.671 kg
    Pro-Kopf-Jahresemission (in Äthiopien): 560 kg
    Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km): 2.000 kg
    Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen: 1.500 kg
    Mögliche Kompensationsbeiträge:
    – Ich kompensiere die Klimawirkung meines Fluges von insgesamt 3.671 kg CO₂ zu 100 %, indem ich mit folgendem Betrag Klimaschutzprojekte unterstütze:
    85 Euro
    – Ich fördere die Produktion von CO₂-neutralem E-Kerosin in der atmosfair Pilotanlage im Emsland und den Neubau von Folgeanlagen, um möglichst schnell eine fairfuel Beimischung von 0,5 % zu meinem Kerosinverbrauch zu erreichen: 50 Euro.
    Summe 135 Euro

    Dazu kommt die CO2 Emission durch Bahnreise B-Wien-B und durch die Reisen in Sambia etc., die Benutzung von Klimaanlagen etc.

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  3. Die Fotos von den Tieren sind so liebreizend. ….und der Schokokuchen…! Schön, dass die Bibliothek doch noch zustande gekommen ist und dann auch noch eletroarbeiten. Insgesamt warst du dann ja wirklich hilfreich.

    Ich würde mich über einen vortrag im Möckernkiez freuen
    Caio
    Sabine

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