Ankunft in Israel

Am Montag den 20.10.2014 sind wir in Tel Aviv angekommen und haben am Flughafen die anderen Reiseteilnehmer, unseren Begleiter Georg Baltissen und unseren Fahrer Fadi kennengelernt. Auf einige Teilnehmer mussten wir etwas  warten, da sie sich längeren Befragungen durch die Einreisebehörden unterziehen mussten, nachdem sie als Reiseziele Städte im besetzten Westjordanland angegeben hatten. Später erfuhren wir, dass es auch vorkommt,  gar nicht einreisen zu dürfen, wenn man z. B. zur Unterstützung bei der Olivenernte nach Palästina kommen möchte und als „Wiederholungstäter“ bekannt ist.

Mit einem Kleinbus sind wir direkt ins Hotel nach Nablus gefahren. Während der Busfahrt erhielten wir erste Eindrücke von der begrenzten Zugänglichkeit  bestimmter Bereiche. Der Ben-Gurion Flughafen ist weiträumig eingezäunt, kann nur durch Kontrollstationen passiert werden und darf von Palästinensern, die in den besetzen Gebieten (Ausnahme Ost-Jerusalem) leben, nicht betreten werden. Das bedeutet für Palästinenser, dass Sie nur über Jordanien ins Ausland kommen können. Dies hat einen hohen zeitlichen und kostenmäßigen Aufwand zur Folge, der als Schikane und unangemessene Härte empfunden wird.

Nablus liegt im besetzten Westjordanland in einem sog. A-Gebiet. Die Einteilung der besetzten palästinensischen Gebiete in A, B und C-Zonen erfolgte ab 1995 im Rahmen der Oslo-Verträge. Sie sollten als eine Vorstufe zu einer 2-Staaten Lösung dienen. Nur die A-Zonen werden vollständig (zivil- und militärrechtlich) von der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verwaltet. Die B-Zonen werden nur zivilrechtlich von der PA verwaltet, während die C-Zonen vollständig unter israelischer Verwaltung stehen.

Die A-Gebiete dürfen von Israelis nicht betreten werden. Unser Busfahrer wohnt in Ostjerusalem und hat damit einen Sonderstatus, der ihm (theoretisch) Bewegungsfreiheit im ganzen Land ermöglicht.

Eine hervorragende Informationsquelle zu allen Belangen der besetzten palästinensischen Gebiete (Occupied Palestinian Territory (opt)) wird von der UN OCHA zur Verfügung gestellt. Dort gibt es auch detaillierte Karten, die die Ausbreitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland dokumentieren und zeigen, dass es eine palästinensische Selbstverwaltung nur in wenigen Städten gibt.

 

 

 

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