Silwan – Symbol akuter Vertreibung

Von Andre Lundt

Um die Mittagszeit des 29. Oktober 2014, nach dem geführten Rundgang durch die Ost-Jerusalemer Altstadt, verabschieden wir uns von Pastorin Ulrike Wohlrab oberhalb des Platzes der Klagemauer. Von hier aus führt uns Georg in den seit langem umstrittenen Stadtteil Silwan, in dem derzeit etwa 55.000 Palästinenser und etwa 400 zionistische Siedler leben.

Mit Beendigung des Sechs-Tage-Krieges 1967 dehnte Israel die Grenzen seines Besatzungsgebietes weit über die alte Stadtgrenze von West- und Ost-Jerusalem aus und verleibte sich damit zugleich Silwan ein, das seit 1948 unter jordanischer Verwaltung stand. 1980  erfolgte schließlich – zusammen mit zahlreichen weiteren palästinensischen Gemeinden die formelle Eingliederung des Stadtteils in das  Jerusalemer Verwaltungsgebiet – allerdings im Widerspruch zu internationalem Recht. 

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Hebron – eine geteilte Stadt

Dieser Beitrag wurde von Andre Lundt verfasst und von mir überarbeitet.

Am Sonntag, den 26.10.2014 stand die Stadt Hebron auf dem Besuchsprogramm. Auf die Situation, die wir bei unserer Ankunft dort antrafen, waren wir trotz der Informationen, die uns im Vorfeld vermittelt worden waren, nicht vorbereitet: Die palästinensische Bevölkerung der Altstadt leidet seit der israelischen Besetzung und insbesondere seit der Zoneneinteilung im Zentrum unter täglichen Übergriffen der militanten jüdischen Siedler. Darüber hinaus ist ihre Bewegungsfreiheit und ihr Geschäftsleben durch Absperrungen und Militärkontrollen massiv eingeschränkt.
Wie weit die Aggressionen der jüdischen Minorität gegenüber der palästinensische Bevölkerungsmehrheit mittlerweile angewachsen sind, zeigt sich unter anderem daran, dass seit einiger Zeit internationale Freiwillige die Aufgabe übernommen haben, palästinensische Kinder auf dem Schulweg zu begleiten, denn nur so können diese gegen die Gewalt jüdischer Siedler wirksam geschützt werden. Schon allein in dieser gestörten und belastenden Atmosphäre auszuharren bedeutet für die palästinensische Bevölkerung eine Form des gewaltfreien Widerstandes.

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Rundgang durch Ramallah

Am 25.10.2014 haben wir einen Rundgang durch die Altstadt von Ramallah gemacht. Ramallah ist eine der größten palästinensischen Städte in den besetzten Gebieten. Es wird sehr viel gebaut, man sieht viele Rohbauten bzw. halbfertige Gebäude. Früher diente Ramallah, wegen des kühleren Klimas, als Sommerresidenz für die Wohlhabenden aus Jerusalem. Heute ist es auch Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde (PA), nachdem die Versprechungen, die PA in Jerusalem anzusiedeln, nicht eingehalten wurden.

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Sufi Trail in Palästina, Deir Ghassaneh

Am Freitag, den 24. 10.2014, wollten wir von Ramallah  zur palästinensischen Universität Bir Zeit fahren. Leider war die Universität aus uns nicht bekannten Gründen geschlossen. Unsere nächste Station war die NGO Rozane in Deir Ghassaneh. Dort wurden wir von unserem lokalen Begleiter begrüßt. Rozane wird von verschiedenen europäischen Ländern unterstützt und bemüht sich um Projekte für Jugendliche und Frauen sowie um das Bewahren des kulturellen Erbes des palästinensischen Volkes. Ziel ist auch die Stärkung von lokalen Wirtschaftsstrukturen.

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