Olivenöl aus Palästina

In Burqin, einem Nachbarort von Jenin, haben wir die moderne Olivenmühle „Canaanfairtrade“ besichtigt. Der Besitzer der Mühle ist vor 10 Jahren aus Amerika nach Palästina zurückgekehrt. Schon vor der Reise hatten wir in einem Fernsehbericht des WDR von dem Betrieb gehört. Das folgende Zitat macht verständlich worum es bei diesem Projekt geht.

„Ich sorge immer gut für meine Bäume, egal, ob es ein gutes oder ein schlechtes Jahr ist.“ Abu ’Asim ist in seinem Dorf ’Asira al Shamaliya in Palästina für seine Plantage bekannt: Die Olivenbäume, die immer Früchte tragen, das sind seine. „Geduld, Ausdauer und Beständigkeit“ sind die Tugenden des Landwirts, der jedes Jahr tausende von Oliven mit der Hand pflückt. „Ich sorge mit Hingabe für meine Bäume“ sagt er, doch Hingabe allein sichert die Existenz seiner Familie nicht.

Durch die Zusammenarbeit mit der Fairtrade-Initiative „Canaan Fair Trade“ hat sich das geändert: Zwei Söhne haben bereits einen College-Abschluss, die Tochter beendet bald die Schule. Abu ’Asim kann in Dünger, Wasser und Gerät investieren. „Für Canaan gilt: Fairer Handel ist mehr als das Zahlen eines fairen Preises“, sagt der Gründer der Organisation, Nasser Abufarha. „Wir zahlen Aufschläge, leisten intensive Beratung und investieren in die Gemeinden.“ In der Hälfte der 43 angeschlossenen Kooperativen pflanzt die Organisation jedes Jahr rund 10.000 junge Olivenbäumchen. So erhalten die in einer politisch festgefahrenen und wirtschaftlich schwierigen Lage gefangenen palästinensischen Familien neue Perspektiven. „Den Olivenbaum als Symbol der Hoffnung und des Friedens gilt es für uns zu nutzen“, sagt Nasser Abufarha, „für ein neues, gewaltfreies, aufstrebendes und selbstständiges Palästina.“

Olivenbauer Abu ’Asim würde sein Öl keiner anderen Organisation verkaufen. „Es ist mir wichtig, mit Leuten zusammenzuarbeiten, denen ich vertrauen kann“, sagt er. „Ich trage meinen Teil dazu bei und gebe mein Bestes.“

Der oben schon erwähnte Fernsehbericht wird in einem Beitrag vom IPK (Institut für Palästinakunde) scharf kritisiert.

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