Unterwegs durch Sambia

Freitag, 10.11.2023: Bevor ich von meiner Reise schreibe, möchte ich noch von meinen letzten Aktivitäten in Chimfunshi berichten: Ein wichtiges Thema in Chimfunshi ist die Bibliothek. Vor den Geburtstagsfeierlichkeien hatten wir dort schon aufgeräumt und die Bücher ganz grob sortiert. Nachdem wir noch einen Lagerraum aufgeräumt hatten, in dem auch viele Bücher gelagert waren, wurden diese auch in die Bibliothek gebracht und stapelten sich dort auf einem großen Haufen. Mit einigen Schulkindern habe ich die Bücher grob sortiert und dann das Wochenende damit verbracht mich mit der Kategorisierung von Büchern entsprechend einem internationalen Systems auseinanderzusetzen. Ich habe festgelegt, welche Kategorien und Unterkategorien Sinn machen für die Bücher, die wir in der Bibliothek haben und habe viele Bücher neuen Kategorien zugeordnet. An den folgenden Tagen habe ich fleißig Bücher in die Software eingegeben, dabei hatte ich auch Hilfe von anderen Volontären. Auch dem für die Bibliothek zuständigen Lehrer habe ich das System und die Computereingabe nähergebracht. Er hat sich sehr gefreut, das wir eine kostenlose einfach zu bedienende Software gefunden hatten und das es auch einen eigenen Computer für die Bibliothek gab. Er ist auch bereit in den Ferien weitere Bücher einzugeben. Trotzdem habe ich das Gefühl, es ist besser, wenn ich zurückkomme, um das Projekt weiter zu unterstützen. In zwei Wochen sind Sommerferien und es wäre toll, wenn nach den Ferien das System voll funktionsfähig wäre.


Weitere kleine Highlights waren die Präsentationen von Volontären in der Schule, in denen sie über ihr Land und ihr Leben berichtet haben (ich war erst für die nächste Woche eingeplant), ein Spaziergang zu den Gehegen und den Tierpflegern, ein Chamäleon auf einem Baumstamm, der Besuch von mehreren Schulklassen aus Chingola sowie der erste richtige Regen während des Tages (bisher hatte es hauptsächlich nachts geregnet).


Vor meiner Abreise habe ich auch noch eine Materialliste mit Preisen für einige Elektroinstallationen erstellt und hoffe, dass die Arbeiten nach meiner Rückkehr durchgeführt werden können.
Heute habe ich mich auf den Weg gemacht. Um 6:30 ging es los mit dem Auto nach Kitwe. Dort hat mir Mishek noch geholfen, einen Bus zu finden, der möglichst schnell und zuverlässig nach Lusaka fährt. Der Bus war zwar einigermaßen komfortabel, hatte Klimaanlage und USB-Steckdosen am Sitzplatz, aber gefühlt hielt er an jeder Milchkanne. Besonders nervig war die durchgehende Beschallung, entweder mit nerviger Musik oder durch den Sound von einem Film, in dem die Leute nur rumgeschrien haben.

Es gab viel zu sehen, entlang der Straße, hier sind einige Eindrücke:

Ich war froh als ich endlich in Lusaka angekommen bin, leider schon leicht dunkel. Mit Hilfe von Mitreisenden habe ich schnell ein Taxi gefunden, dass mich in ein schönes Hostel gebracht hat. Dort bin ich gleich mit vielen anderen Reisenden ins Gespräch gekommen und habe viele gute Tipps für die Weiterreise bekommen. Es fühlt sich gut an, wieder unterwegs zu sein, alles scheint doch einfacher als gedacht, Sambia gilt als sicheres Reiseland genauso wie Zimbabwe. Morgen geht es weiter nach Livingstone.

5 Gedanken zu „Unterwegs durch Sambia“

  1. Liebe Bettina,

    das sieht alles recht bunt und interessant aus! Beim Sortieren und Katalogisieren musste ich an deine Aktionen im Werkraum denken! Das ist sehr hilfreich, was du in der Station aus- und einrichten kannst.

    Liebe Grüße Marianne

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  2. Wußte gar nicht, dass du auch mit RAKs klar kommst, Bibliothekare machen immer ein Geheimnis draus. Die afrikanischen Nationalparks haben mich auch schon immer interessiert, Wildlife pur. Bin gespannt auf deine ersten Big 5.
    LG Karl

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  3. Liebe Bettina! Mit der Bibliothek scheinst du dann ja doch entgegen vorheriger Äußerungen eine sinnvolle Aufgabe gefünden zu haben in Chimfunshi. Ich drücke dir die Daumen, dass deine Arbeit Früchte getragen hat, wenn du wiederkommst. Chimfunshi Deutschland hat derweil auf Instagram um Spenden gebeten für die Schimpansen und wohl auch erhalten. Bei deiner weiteren Reise finde ich auch den Aspekt interessant, wie sich so die Regenzeit gestaltet . „Erster richtiger Regen“ war ja schon einmal ein Anfang. Die Fotos, die du aus dem Bus gemacht hast, zeigen mir ganz persönlich, dass ich längst nicht mehr den Mut hätte, in Afrika zu reisen. Für mich ein abgeschlossenes Kapitel. Für dich bin ich zuverlässig, dass du deinen Plan so umsetzen wirst, wie gewünscht. Der Beginn hört sich schon einmal ähnlich an wie in Südeuropa.
    Herzlich Sabine

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