Vom 25. bis 27.10.2014 waren wir im Rahmen unserer Reise bei einer palästinensischen, christlichen Familie in Beit Sahour zu Gast und haben mit der Familie gemeinsam gegessen und den Abend verbracht. Die Übernachtungen wurden von der ATG, der alternative tourism group, organisiert. Die ATG engagiert sich dafür, dass ausländische Besucher der biblischen Orte wie Bethlehem, auch die Gelegenheit haben, palästinensische Familien kennenzulernen, um beim gemeinsamen Abendessen im persönlichen Gespräch einen Eindruck von den Lebensbedingungen zu bekommen. Durch die Übernachtungen und die Verpflegung haben die Familien auch ein zusätzliches Einkommen.
TazReise2014
Umgebung von Jerusalem
Am 28.10.2014 fuhren wir an die östliche Stadtgrenze von Jerusalem, um die außergewöhnliche geografische und politische Situation von Jerusalem besser verstehen zu können. Wir wurden dabei von Sergio Yahni vom AIC (Alternative Information Center) begleitet. Das AIC ist eine israelisch-palästinensische Organisation, die sich für Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. Nach Ansicht des AIC kann es in diesem Gebiet nur unter der Bedingung Frieden geben, dass die israelische Besatzung beendet wird, die Palästinenser das Recht auf Selbstbestimmung erhalten und die Flüchtlinge in die Orte, aus denen sie vertrieben wurden, wieder zurückkehren können.
Der Süden Palästinas: Festung Masada und Qumran-Höhlen
von Andre Lundt
Heute, am 30. Oktober 2014, finden wir beim Frühstück die Situation deutlich verändert vor. Der größte Teil der Reisegruppe hat schon sehr früh die Rückreise antreten müssen, denn das Flugzeug ab Tel Aviv startet bereits um 10 Uhr. So bleiben denn nur drei Paare zurück, die sich – Bettina ausgenommen – an diesem Tag in einem gecharterten Kleinbus nach Süden aufmachen, um sich noch einige touristische Highlights anzusehen, die in unserem Programm nicht enthalten waren.
Die Grenzsituation an der Mauer von Bethlehem
Von Andre Lundt
Schon am Vormittag des 27.10. 2014 hatten wir in Bethlehem eine Fülle von Eindrücken gesammelt und während des Mittagessens von Frau Mukarkar viele Details über die gegenwärtige Situation der christlichen Gemeinde erfahren. Ein zweiter Höhepunkt des Tages erwartete uns dann am Nachmittag im Norden der Stadt an der durch den israelischen „Schutzwall“ extrem aufwändig gesicherten Grenze zu Ost-Jerusalem.
Bereits in Bi’lin wie auch bei unserer Einfahrt nach Beit Sahur waren wir der monströsen Trennmauer zwischen Israel und der Westbank sehr nahe gekommen und hatten dabei die Brutalität dieser „Sicherheitsmaßnahme“ auf bedrückende Weise gespürt. Jetzt, an dieser Grenzstelle, empfanden wir die bizarre Situation im Umkreis der Sperranlage sogar noch deprimierender – wohl auch, weil hier, ähnlich wie früher in Berlin, die Mauer direkt Wohngebiete voneinander trennt und Straßen blockiert.